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GEMA, SUISA, AKM – die deutschsprachigen Verwertungsgesellschaften

 

Was sind Verwertungsgesellschaften?

Was die GEMA in Deutschland ist, ist die AKM in Österreich und die SUISA in der Schweiz: Verwertungsgesellschaften, die in ihrem Land die Nutzungsrechte von Komponisten, Textdichtern und Verlegern vertreten. Für die gewerbliche Nutzung von Musikwerken verlangen sie Nutzungsgebühren, die sie nach verschiedenen Faktoren an die Urheber aufteilen. Das kann sein: die Nutzungsart (Werbevideo im Internet, Rundfunk, öffentliche Aufführung etc.), der Verteilungsschlüssel (Komponisten bekommen für ein Musikwerk mehr als Textdichter oder Verleger) und Abrechnungsregeln der Verwertungsgesellschaft.

 

Wie ist die Rechtsgrundlage?

Verwertungsgesellschaften beziehen ihre Legitimation aus verschiedenen Gesetzen und Verordnungen. Im europäischen Raum sind das der Schutz geistigen Eigentums, das Immaterialgüterrecht sowie das Urheberrecht. Im Letzteren werden dem Urheber verschiedene Verwertungsrechte eingeräumt, die er auch alleine wahrnehmen kann. Tritt er sie an eine Verwertungsgesellschaft ab, werden sie zu Nutzungsrechten.

 

Wer sind die Mitglieder von Verwertungsgesellschaften?

Urheberrechte und somit die Nutzungsrechte stehen automatisch dem Urheber zu. Verwertungsgesellschaften können ausschließlich Künstler vertreten, die sich bei der GEMA, AKM oder SUISA anmelden und somit die Wahrnehmung ihrer Rechte übertragen. Sie sind dann Mitglieder. Urheber, die sich gegen eine Verwertungsgesellschaft entscheiden, vertreten die Nutzungsrechte an ihren Werken selbständig oder übertragen sie an andere Rechtsvertreter. Ihre Musik ist dann sozusagen GEMA-frei, AKM-frei oder SUISA-frei.

 

Wann muss man zahlen?

Nutzungsgebühren sind u.a. fällig, wenn Musik gewerblich verwendet wird für Tonträger, Rundfunk- und Fernsehsender, Straßenfeste, Weihnachtsmärkte, Live-Musik, Musik in Webseiten, Musik bei Telefonansagen in Unternehmen und in verschiedenen Online-Bereichen. Gegenseitigkeitsverträge mit Schwestergesellschaften und anderen Verwertungsgesellschaften aus dem Ausland regeln die Nutzungsrechte stellvertretend. Wird zum Beispiel ein Werk, das bei der GEMA angemeldet ist, in Österreich für eine Aufführung oder Sendung verwendet, vertritt die AKM die Nutzungsrechte des Künstlers.

 

GEMA – Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte

Die GEMA existiert seit 1933 und hat ihre Generaldirektion in Berlin und München. Komponisten, Textdichter, Rechtsnachfolger von Komponisten und Textdichtern sowie Musikverleger können sich bei der GEMA als sogenannte Mitglieder anmelden. Insgesamt hat die GEMA 65.000 Mitglieder, die alle die gleiche Aufteilung der Tantieme genießen. Angeschlossen Mitglieder sind praktisch alle Neumitglieder. Außerordentliche Mitglieder erhalten ein Wahlrecht in der GEMA und Beteiligungsanspruch an der GEMA-Sozialkasse. Diese Mitgliedsform wird erreicht, wenn man fünf selbstverfasste Stücke/Texte sowie deren öffentliche Verbreitung nachweisen kann. Ordentliches Mitglied kann man werden, wenn man mindestens 5 Jahre außerordentliches Mitglied war und ein bestimmtes Mindestaufkommen erzielt hat. Man kann als Entscheidungsorgan der GEMA gewählt werden. Die Abgaben (Tantiemen) werden nach einem komplexen Punktesystem ausgezahlt, das zwischen ernster und unterhaltender Musik sowie nach kreativem Anteil am Werk differenziert. Über Gegenseitigkeitsverträge mit 129 Ländern vertritt die GEMA 2 Millionen weitere Rechteinhaber aus aller Welt in Deutschland.

 

AKM – Staatlich genehmigte Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung

Die AKM wurde 1897 gegründet und ist die größte Urheberrechtsgesellschaft in Österreich. Mitglieder können Komponisten, Textautoren, Bearbeiter, Arrangeure und Verlage werden, die innerhalb des letzten Jahres ein Werk öffentlich aufgeführt, gesendet, online genutzt oder im Handel veröffentlicht haben. Die AKM hat Gegenseitigkeitsverträge mit 73 anderen Verwertungsgesellschaften. Tantiemen werden auch hier nach Abzug der Verwaltungsgebühr auf Grundlage eines Verteilungsschlüssels sowie nach gesetzlichen Regeln und Abrechnungsregeln der AKM verteilt. Die AKM hat ca. 20.000 Bezugsberechtigte.

 

SUISA – Schweizer Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik

Die SUISA wurde 1923 gegründet, der Name leitet sich ab aus dem französischen Begriff Suisse Auteurs. Die SUISA vertritt die Nutzungsrechte von über 30.000 Mitgliedern aus der Schweiz und Liechtenstein sowie ca. 2 Millionen Urheber aus 100 Partnerländern. Im Gegensatz zur GEMA und der AKM kümmert sich die SUISA nur um die sogenannten „kleinen Rechte“, also u.a. Musikwerke in Film und Fernsehen, nichttheatralische Musik und Konzertfassungen theatralischer Werke. Nutzungsrechte von Opern und Musicals vertritt sich die Partnerorganisation SSA. Komponisten, Textautoren, Bearbeiter und Verleger von Musikstücken können der SUISA beitreten. Stimm- und wahlberechtigte Mitglieder werden sie allerdings erst, wenn sie mehr als 2000 Franken aus Urheberrechten eingenommen haben. Tantiemen werden nach Abzug von Verwaltungsgebühren (11,95%) über einen Verteilungsschlüssel sowie ein Verteilungsregelement bezahlt.

 

 

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